Veröffentlicht:10. August 2026
Die Maklerbranche steht vor einer Phase tiefgreifender Veränderungen, die sich bis 2035 deutlich verstärken werden. Die neue AssCompactStudie „Maklermarkt 2030+“, erstellt in Kooperation mit Oliver Wyman und ASSURACON sowie unterstützt von führenden Branchenverbänden und Maklerdienstleistern, zeigt klar, dass Konsolidierung und Technologieeinsatz die zentralen Entwicklungslinien der kommenden Jahre bilden. Mehr als 1.000 Makler haben an der Untersuchung teilgenommen und damit eine außergewöhnlich breite Datenbasis geschaffen, die belastbare Zukunftsszenarien ermöglicht.
Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Zahl der aktiven Makler bis 2035 um bis zu ein Drittel sinken wird. Die demografische Entwicklung ist dabei ein entscheidender Faktor, denn ein Großteil der heutigen Inhaber plant den Ruhestand innerhalb der nächsten zehn Jahre. Viele verfügen noch über keine konkrete Nachfolgeregelung, was die Zahl der tatsächlichen Aussteiger weiter erhöhen dürfte. Interne Übergaben an Familienmitglieder oder Mitarbeitende stehen zwar hoch im Kurs, scheitern jedoch häufig an praktischen Hürden. Externe Nachfolgelösungen gewinnen daher an Bedeutung, wobei die Vorstellungen der Makler über geeignete Käufer nicht immer mit den realen Marktmechanismen übereinstimmen. Während viele den Verkauf an regionale Kollegen bevorzugen, zeigen die Autoren, dass professionelle Konsolidierer mit PrivateEquityHintergrund oft die einzigen sind, die die geforderten Kaufpreise zahlen können.
Parallel dazu verändert sich die Marktstruktur durch den wachsenden Einfluss von Finanzinvestoren. Sie treten in verschiedenen Segmenten auf, vom Gewerbe und Industriegeschäft über privatkundenorientierte Plattformen bis hin zu Pools und Softwareanbietern. Die Mehrheit der Makler sieht darin eine treibende Kraft der Konsolidierung, aber auch eine Bedrohung für die eigene Unabhängigkeit. Besonders kleinere Betriebe geraten unter Druck, weil sie im Wettbewerb mit großen Marktteilnehmern zunehmend Nachteile haben. Viele Versicherer richten ihre Kooperationen stärker auf größere Einheiten aus, was die Position kleiner Makler zusätzlich schwächt.
Neben der strukturellen Verdichtung gewinnt die technologische Entwicklung massiv an Bedeutung. Die Autoren betonen, dass Technologie zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Branche wird. Makler erkennen diese Entwicklung zwar, doch viele schätzen ihre eigene digitale Aufstellung kritisch ein. Insbesondere beim Einsatz künstlicher Intelligenz sehen sie erheblichen Nachholbedarf. Der Fokus liegt derzeit auf der Optimierung interner Prozesse, um effizienter zu arbeiten und die Chancen zu nutzen, die sich aus den Digitalisierungsinitiativen der Versicherer ergeben. Gleichzeitig bleiben Marketing und Vertrieb digital unterentwickelt, was das Risiko erhöht, jüngere, digital affine Kundengruppen zu verlieren.
Technologische Wettbewerber werden als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen. Vergleichsplattformen könnten das standardisierte Privatkundengeschäft weitgehend übernehmen, was vielen Maklern einen wichtigen Teil ihrer wiederkehrenden Einnahmen entziehen würde. Auch der mögliche Markteintritt großer Technologieunternehmen wird als Gefahr eingestuft, ebenso wie die zunehmende Verbreitung digitaler Beratungssysteme. Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Altersvorsorge und die wachsende Präsenz technologiegetriebener Neobroker verstärken diese Sorgen. Selbst die Konsolidierung unter Maklersoftwareanbietern wird kritisch gesehen, weil sie kleinere Makler in digitale Ökosysteme zwingt, die ihre Autonomie einschränken könnten.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es klare Gewinner. Mittelstands und Spezialmakler verfügen über definierte Zielgruppen und spezialisierte Angebote, die ihnen eine starke Position im Markt sichern. Auch größere Regionalmakler können ihre Stellung behaupten, sofern sie eine ausreichende Unternehmensgröße erreichen. Die Studie zeigt, dass die Zukunft der Branche nicht allein von externen Kräften bestimmt wird, sondern auch von der Fähigkeit der Makler, sich strategisch weiterzuentwickeln und technologische Chancen aktiv zu nutzen.
Insgesamt entsteht das Bild einer Branche, die sich neu ausrichten muss. Die kommenden Jahre werden geprägt sein von strukturellen Anpassungen, technologischen Sprüngen und einem intensiven Wettbewerb um Relevanz. Die Studie „Maklermarkt 2030+“ liefert dafür nicht nur eine fundierte Analyse, sondern auch einen klaren Hinweis darauf, dass die entscheidenden Weichen bereits heute gestellt werden müssen.
Der Artikel erschien im Original zuerst auf asscompact.de unter dem Titel „Maklermarkt 2030+: Beschleunigte Konsolidierung und höhere Technologierelevanz“. Redaktionelle Bearbeitung: MK
Studie zeigt Wandel im Maklermarkt: Weniger Makler, mehr Technologie
Veröffentlicht:10. August 2026
Die Maklerbranche steht vor einer Phase tiefgreifender Veränderungen, die sich bis 2035 deutlich verstärken werden. Die neue AssCompactStudie „Maklermarkt 2030+“, erstellt in Kooperation mit Oliver Wyman und ASSURACON sowie unterstützt von führenden Branchenverbänden und Maklerdienstleistern, zeigt klar, dass Konsolidierung und Technologieeinsatz die zentralen Entwicklungslinien der kommenden Jahre bilden. Mehr als 1.000 Makler haben an der Untersuchung teilgenommen und damit eine außergewöhnlich breite Datenbasis geschaffen, die belastbare Zukunftsszenarien ermöglicht.
Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Zahl der aktiven Makler bis 2035 um bis zu ein Drittel sinken wird. Die demografische Entwicklung ist dabei ein entscheidender Faktor, denn ein Großteil der heutigen Inhaber plant den Ruhestand innerhalb der nächsten zehn Jahre. Viele verfügen noch über keine konkrete Nachfolgeregelung, was die Zahl der tatsächlichen Aussteiger weiter erhöhen dürfte. Interne Übergaben an Familienmitglieder oder Mitarbeitende stehen zwar hoch im Kurs, scheitern jedoch häufig an praktischen Hürden. Externe Nachfolgelösungen gewinnen daher an Bedeutung, wobei die Vorstellungen der Makler über geeignete Käufer nicht immer mit den realen Marktmechanismen übereinstimmen. Während viele den Verkauf an regionale Kollegen bevorzugen, zeigen die Autoren, dass professionelle Konsolidierer mit PrivateEquityHintergrund oft die einzigen sind, die die geforderten Kaufpreise zahlen können.
Parallel dazu verändert sich die Marktstruktur durch den wachsenden Einfluss von Finanzinvestoren. Sie treten in verschiedenen Segmenten auf, vom Gewerbe und Industriegeschäft über privatkundenorientierte Plattformen bis hin zu Pools und Softwareanbietern. Die Mehrheit der Makler sieht darin eine treibende Kraft der Konsolidierung, aber auch eine Bedrohung für die eigene Unabhängigkeit. Besonders kleinere Betriebe geraten unter Druck, weil sie im Wettbewerb mit großen Marktteilnehmern zunehmend Nachteile haben. Viele Versicherer richten ihre Kooperationen stärker auf größere Einheiten aus, was die Position kleiner Makler zusätzlich schwächt.
Neben der strukturellen Verdichtung gewinnt die technologische Entwicklung massiv an Bedeutung. Die Autoren betonen, dass Technologie zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Branche wird. Makler erkennen diese Entwicklung zwar, doch viele schätzen ihre eigene digitale Aufstellung kritisch ein. Insbesondere beim Einsatz künstlicher Intelligenz sehen sie erheblichen Nachholbedarf. Der Fokus liegt derzeit auf der Optimierung interner Prozesse, um effizienter zu arbeiten und die Chancen zu nutzen, die sich aus den Digitalisierungsinitiativen der Versicherer ergeben. Gleichzeitig bleiben Marketing und Vertrieb digital unterentwickelt, was das Risiko erhöht, jüngere, digital affine Kundengruppen zu verlieren.
Technologische Wettbewerber werden als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen. Vergleichsplattformen könnten das standardisierte Privatkundengeschäft weitgehend übernehmen, was vielen Maklern einen wichtigen Teil ihrer wiederkehrenden Einnahmen entziehen würde. Auch der mögliche Markteintritt großer Technologieunternehmen wird als Gefahr eingestuft, ebenso wie die zunehmende Verbreitung digitaler Beratungssysteme. Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Altersvorsorge und die wachsende Präsenz technologiegetriebener Neobroker verstärken diese Sorgen. Selbst die Konsolidierung unter Maklersoftwareanbietern wird kritisch gesehen, weil sie kleinere Makler in digitale Ökosysteme zwingt, die ihre Autonomie einschränken könnten.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es klare Gewinner. Mittelstands und Spezialmakler verfügen über definierte Zielgruppen und spezialisierte Angebote, die ihnen eine starke Position im Markt sichern. Auch größere Regionalmakler können ihre Stellung behaupten, sofern sie eine ausreichende Unternehmensgröße erreichen. Die Studie zeigt, dass die Zukunft der Branche nicht allein von externen Kräften bestimmt wird, sondern auch von der Fähigkeit der Makler, sich strategisch weiterzuentwickeln und technologische Chancen aktiv zu nutzen.
Insgesamt entsteht das Bild einer Branche, die sich neu ausrichten muss. Die kommenden Jahre werden geprägt sein von strukturellen Anpassungen, technologischen Sprüngen und einem intensiven Wettbewerb um Relevanz. Die Studie „Maklermarkt 2030+“ liefert dafür nicht nur eine fundierte Analyse, sondern auch einen klaren Hinweis darauf, dass die entscheidenden Weichen bereits heute gestellt werden müssen.
Der Artikel erschien im Original zuerst auf asscompact.de unter dem Titel „Maklermarkt 2030+: Beschleunigte Konsolidierung und höhere Technologierelevanz“. Redaktionelle Bearbeitung: MK








