• Veröffentlichung der Norm im Januar 2019
  • Weitere Normungsvorhaben in Vorbereitung

Nach vier Jahren und drei Tagen Arbeit, nach 55 Sitzungstagen, nach der Erstellung von 363 Dokumenten und nach 203 Beschlüssen haben alle 28 stimmberechtigten Mitglieder des zuständigen DIN-Arbeitsausschusses im Rahmen einer elektronischen Abstimmung ihr Votum über die DIN-Norm 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ abgegeben: Sie verabschiedeten die Norm im Konsens, wie es das Regelwerk des Deutschen Instituts für Normung fordert. Das DIN wird die Norm im Januar veröffentlichen. Anfang Februar wird das DIN zu einer Veranstaltung nach Berlin einladen, in der die Norm 77230 der Fachöffentlichkeit vorgestellt werden soll.
„Ich bin davon überzeugt, dass mit Unterstützung von DIN in den vergangenen vier Jahren etwas geschaffen wurde, das mittelfristig eine große und nachhaltige Wirkung in unsere Branche hinein entfalten wird,“ sagt Defino-Vorstand Klaus Möller, Initiator des Projektes und Obmann des DIN-Ausschusses. Ganz viele Marktteilnehmer hätten das Projekt aufmerksam verfolgt und die meisten stünden dem Ergebnis sehr positiv gegenüber.

Nicht der kleinste gemeinsame Nenner zählte, sondern der substanzielle Konsens

Auch Matthias Kritzler-Picht, Projektleiter bei DIN, ist zufrieden mit dem Erreichten und insbesondere mit der breiten Zustimmung, die sich in dem Votum der Gremienmitglieder niederschlägt: „Dass wir die Norm jetzt ohne Gegenstimme verabschiedet haben, war zu Beginn der Arbeit nicht abzusehen. Die durch den Facettenreichtum der Finanzbranche bedingte Inhomogenität des Gremiums und die Komplexität des Themas waren echte Herausforderungen.“ Immerhin haben an der Entwicklung Banken, Versicherer, Vertriebe, Verbände, Initiativen, Verbraucherschützer und Wissenschaftler mitgewirkt.

Aber nach ersten Anlaufschwierigkeiten hätten sich, so Kritzler-Picht, alle Ausschuss-Mitglieder in bemerkenswerter Weise auf die Beantwortung der fachlichen Fragestellungen konzentriert und sich „wirklich zusammengerauft“. Für Möller war die Arbeit in dem Ausschuss „ein schwieriges, aber vorbildliches Ringen, nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern um einen substanziellen Konsens.“ Dass dieser erzielt wurde, sei Verdienst aller Mitwirkenden, die darauf stolz sein dürfen. Es wäre gut, wenn jetzt das Modell DIN – wie in den meisten anderen Branchen schon geschehen – auch in der Finanzdienstleistung Schule machen würde.“

Wenn das gelingt, kann die DIN-Norm 77230 der Impuls sein für noch mehr Normungsarbeit mit DIN in der Finanzbranche, für echte Konsensarbeit, für Selbstregulierung statt staatlicher Regulatorik und damit für ein verändertes Selbstverständnis und einen anderen Umgang miteinander und mit den Verbrauchern.

Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits gemacht: Am 6. Dezember wird sich ein Arbeitsausschuss konstituieren, der eine DIN-Norm für die „Basis-Finanzanalyse für Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende und KMUs“ entwickeln will. Und ab der zweiten Januar-Hälfte 2019 soll sich, so eine weitere Initiative des DEFINO-Instituts, der Arbeitsausschuss, welcher die DIN 77230 erarbeitet hat, wieder zusammenfinden, um die DIN SPEC 77223 „Vermögens- und Risikoanalyse für Privatanleger“ zu einer Norm weiterzuentwickeln und sie dabei auf MiFID- und FinVermV-Konformität zu trimmen.

Für die neue Finanzanalyse-Norm geht es jetzt erst einmal darum, dass sie in Banken, Versicherungen und Vertrieben sowie bei Maklern und Vermittlern zügige Verbreitung findet und dass sie überall vollständig und redlich umgesetzt wird.
Vom Tage der Veröffentlichung an sollen die Verbraucher in Deutschland von allen Versicherungs-, Bank- oder Finanzberatern, die nach der Norm arbeiten, verlässlich die gleiche ganzheitliche Analyse ihrer finanziellen Situation erhalten – „nach einem festen, standardisierten Verfahren, wie es sie auch in zahllosen anderen verbraucherrelevanten Wirtschaftsbereichen längst gibt“, so Möller. Alle Beteiligten versprechen sich davon eine Verbesserung der Vertrauenswürdigkeit und der Reputation der Finanzbranche in Deutschland.

Über die DEFINO Institut für Finanznorm AG:
Die DEFINO Institut für Finanznorm AG ist aus der 2011 gegründeten gleichnamigen GmbH hervorgegangen. Vorrangiger Geschäftszweck des in Heidelberg ansässigen Unternehmens ist die Zertifizierung von Personen, Unternehmen und Hilfsmitteln, die von DEFINO initiierte und andere wesentliche Standards und Normen für die Finanzbranche vollständig und verbindlich umsetzen, sowie Unternehmen, die die vollständige Umsetzung dieser Standards und Normen unterstützen.
Im Dienste der mit Finanzberatung befassten Unternehmen, Berater und Vermittler sowie im berechtigten Verbraucherinteresse initiiert und etabliert Defino allgemein gültige DIN Standards und -Normen zur nachhaltigen Verbesserung der Versicherungs- und/oder Finanzberatung. Das Unternehmen arbeitet dabei eng mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN), mit Wissenschaftlern, Verbraucherschutzorganisationen und
Experten des Finanzdienstleistungsgewerbes zusammen. Vorstand des DEFINO Instituts ist Dr. Klaus Möller. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Dr. Bernhard Termühlen. Dem Vorstand des Defino-Kuratoriums gehören außerdem Frank Kettnaker, Dr. Bernward Maasjost und Dr. Herbert Walter an.

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