OpenAI sorgt für Umbruch im Versicherungsmarkt

Kategorien: Dienstleister, IT-Infrastruktur, KI2,2 min read

Die Freigabe der ersten Versicherungs-Apps durch OpenAI hat die Branche spürbar aufgerüttelt. Nutzer können nun direkt in ChatGPT personalisierte Versicherungsangebote erhalten und diese sofort abschließen. Grundlage dafür ist die Infrastruktur des Unternehmens WaniWani, das Echtzeit-Schnittstellen zu Versicherern bereitstellt. Der spanische Digitalversicherer Tuio nutzt diese Möglichkeit für Hausratversicherungen, während die US-Plattform Insurify Kfz-Policen vermittelt. Die Kombination aus enormer Reichweite und unmittelbarer Angebotslogik schafft eine neue Kundenschnittstelle, die klassische Vertriebswege herausfordert und zeigt, wie schnell KI in regulierte Märkte vordringt.

Die Reaktionen an den Börsen fielen heftig aus. Große Maklerunternehmen wie Willis Towers Watson, Arthur J. Gallagher und Aon verloren deutlich an Wert, ebenso europäische Broker. Obwohl viele Experten die Kursverluste als übertrieben einschätzen, zeigt die Nervosität der Anleger, wie unsicher die Branche über die langfristigen Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf etablierte Vertriebsmodelle ist. Besonders einfache Privatkundenprodukte geraten in den Fokus, da sie sich stark standardisieren lassen und persönliche Beratung dort oft weniger entscheidend ist.

Ob ähnliche Angebote bald auch in Deutschland verfügbar sein werden, bleibt offen. Die Datenschutz-Grundverordnung und die Versicherungsvertriebsrichtlinie setzen enge Grenzen. Sobald ein System wie ChatGPT Empfehlungen ausspricht, könnte dies als Beratung gelten, die hierzulande nur registrierten Vermittlern vorbehalten ist. Gleichzeitig sind die technischen Voraussetzungen längst vorhanden. Über BiPRO-Schnittstellen lassen sich Tarifierung, Angebot und Antrag standardisiert abbilden, sodass eine KI theoretisch sofort auf nahezu alle Versicherer zugreifen könnte. Die Frage ist daher weniger technischer Natur, sondern vor allem regulatorisch und strategisch.

Für den klassischen Vertrieb bedeutet diese Entwicklung eine deutliche Herausforderung. KI-Agenten könnten künftig mehrere Anbieter gleichzeitig anfragen, Angebote vergleichen und Kunden automatisiert zum passenden Tarif führen. Bei einfachen Produkten würde der menschliche Makler damit an Bedeutung verlieren. Branchenstimmen sprechen bereits von einer Kampfansage an traditionelle Vermittler und fordern diese auf, ihren Mehrwert klarer zu definieren. Gleichzeitig wird erwartet, dass Deutschland aufgrund seiner strengen Regeln langsamer voranschreiten wird, während im Niedrigrisikobereich erste KI-basierte Angebote vergleichsweise schnell Realität werden könnten.

Mehrere weitere Versicherungs-Apps befinden sich bereits im Prüfprozess bei OpenAI, und auch andere KI-Anbieter wie Anthropic oder Google arbeiten an eigenen Standards für Drittanbieter-Integrationen. Versicherer müssen sich nun die Frage stellen, wie schnell sie selbst aktiv werden wollen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt: KI wird nicht nur ein zusätzlicher Vertriebskanal sein, sondern ein Akteur, der die Art und Weise, wie Kunden Versicherungen auswählen und abschließen, nachhaltig verändern kann.

Den Originaltext lesen sie hier: Makler Konkurrenz: ChatGPT wird zum Versicherungsvermittler – dvb

OpenAI sorgt für Umbruch im Versicherungsmarkt

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Die Freigabe der ersten Versicherungs-Apps durch OpenAI hat die Branche spürbar aufgerüttelt. Nutzer können nun direkt in ChatGPT personalisierte Versicherungsangebote erhalten und diese sofort abschließen. Grundlage dafür ist die Infrastruktur des Unternehmens WaniWani, das Echtzeit-Schnittstellen zu Versicherern bereitstellt. Der spanische Digitalversicherer Tuio nutzt diese Möglichkeit für Hausratversicherungen, während die US-Plattform Insurify Kfz-Policen vermittelt. Die Kombination aus enormer Reichweite und unmittelbarer Angebotslogik schafft eine neue Kundenschnittstelle, die klassische Vertriebswege herausfordert und zeigt, wie schnell KI in regulierte Märkte vordringt.

Die Reaktionen an den Börsen fielen heftig aus. Große Maklerunternehmen wie Willis Towers Watson, Arthur J. Gallagher und Aon verloren deutlich an Wert, ebenso europäische Broker. Obwohl viele Experten die Kursverluste als übertrieben einschätzen, zeigt die Nervosität der Anleger, wie unsicher die Branche über die langfristigen Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf etablierte Vertriebsmodelle ist. Besonders einfache Privatkundenprodukte geraten in den Fokus, da sie sich stark standardisieren lassen und persönliche Beratung dort oft weniger entscheidend ist.

Ob ähnliche Angebote bald auch in Deutschland verfügbar sein werden, bleibt offen. Die Datenschutz-Grundverordnung und die Versicherungsvertriebsrichtlinie setzen enge Grenzen. Sobald ein System wie ChatGPT Empfehlungen ausspricht, könnte dies als Beratung gelten, die hierzulande nur registrierten Vermittlern vorbehalten ist. Gleichzeitig sind die technischen Voraussetzungen längst vorhanden. Über BiPRO-Schnittstellen lassen sich Tarifierung, Angebot und Antrag standardisiert abbilden, sodass eine KI theoretisch sofort auf nahezu alle Versicherer zugreifen könnte. Die Frage ist daher weniger technischer Natur, sondern vor allem regulatorisch und strategisch.

Für den klassischen Vertrieb bedeutet diese Entwicklung eine deutliche Herausforderung. KI-Agenten könnten künftig mehrere Anbieter gleichzeitig anfragen, Angebote vergleichen und Kunden automatisiert zum passenden Tarif führen. Bei einfachen Produkten würde der menschliche Makler damit an Bedeutung verlieren. Branchenstimmen sprechen bereits von einer Kampfansage an traditionelle Vermittler und fordern diese auf, ihren Mehrwert klarer zu definieren. Gleichzeitig wird erwartet, dass Deutschland aufgrund seiner strengen Regeln langsamer voranschreiten wird, während im Niedrigrisikobereich erste KI-basierte Angebote vergleichsweise schnell Realität werden könnten.

Mehrere weitere Versicherungs-Apps befinden sich bereits im Prüfprozess bei OpenAI, und auch andere KI-Anbieter wie Anthropic oder Google arbeiten an eigenen Standards für Drittanbieter-Integrationen. Versicherer müssen sich nun die Frage stellen, wie schnell sie selbst aktiv werden wollen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt: KI wird nicht nur ein zusätzlicher Vertriebskanal sein, sondern ein Akteur, der die Art und Weise, wie Kunden Versicherungen auswählen und abschließen, nachhaltig verändern kann.

Den Originaltext lesen sie hier: Makler Konkurrenz: ChatGPT wird zum Versicherungsvermittler – dvb