Veröffentlicht:16. Februar 2026
Nach dem Ende des Bankgeheimnisses steht die Schweizer Finanzbranche vor einem tiefgreifenden Wandel, denn der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz verändert die Strukturen der Banken schneller, als viele Verantwortliche erwartet haben. Experten gehen davon aus, dass sich die Rolle der Mitarbeitenden grundlegend verschieben wird, weil zahlreiche Aufgaben, die heute noch zeitintensiv und personalgebunden sind, künftig in Sekundenbruchteilen automatisiert erledigt werden können. Die Privatbank Maerki Baumann sieht in dieser Entwicklung das Potenzial für eine neue Konsolidierungswelle, da nicht alle Institute in der Lage sein werden, sich ausreichend schnell und konsequent neu auszurichten. Die Bankenbranche gehört zu den Bereichen mit dem größten Automatisierungspotenzial, weil ein erheblicher Teil der Wertschöpfung auf Datenverarbeitung, Analyse und standardisierten Abläufen beruht.
Eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens EY zeigt, wie rasant die Entwicklung voranschreitet. Innerhalb eines Jahres ist der Anteil der Schweizer Banken, die KI-Projekte umsetzen, auf 78 Prozent gestiegen. Viele Institute konzentrieren sich zunächst auf interne Prozesse, die bislang viel Zeit verschlingen. Ein Berater, der heute noch eine Stunde benötigt, um Unterlagen aus verschiedenen Systemen zusammenzutragen, könnte künftig innerhalb weniger Sekunden auf vollständige Informationen zugreifen, inklusive einer ersten Handlungsempfehlung. Diese Effizienzgewinne verändern nicht nur die Arbeitsweise, sondern auch die Erwartungen der Kunden, die zunehmend an schnelle, präzise und jederzeit verfügbare Informationen gewöhnt sind.
Auch im Anlagegeschäft zeigt sich der Wandel deutlich. Der Vermögensverwalter Pictet hat bereits vor zweieinhalb Jahren ein Team aufgebaut, das Gelder vollständig KI-basiert verwaltet und damit bemerkenswerte Renditen erzielt. Interessant ist, dass die beteiligten Spezialisten nicht aus der klassischen Finanzwissenschaft stammen, sondern aus der Physik und Mathematik, was verdeutlicht, wie stark sich die Kompetenzprofile in der Branche verschieben. Gleichzeitig eröffnet KI neue Möglichkeiten, Dienstleistungen für Kundengruppen anzubieten, die bisher aufgrund hoher Kostenstrukturen nicht im Fokus standen. Die Vermögensverwaltung könnte damit breiter zugänglich werden, während gleichzeitig neue Wettbewerber aus dem Tech- und Fintech-Bereich in den Markt drängen.
Die bisher hohe Regulierungsdichte bot den etablierten Banken lange Zeit Schutz vor neuen Marktteilnehmern. Doch dieser Schutz beginnt zu bröckeln, weil die Aufsichtsbehörden Innovation ausdrücklich unterstützen und den Einsatz von KI im Privatkundengeschäft als wichtigen Bestandteil der Weiterentwicklung des Finanzplatzes betrachten. Institute, die nicht bereit oder in der Lage sind, ihr Geschäftsmodell zu digitalisieren, geraten zunehmend unter Druck. Branchenkenner erwarten, dass der Konsolidierungsdruck weiter zunimmt, da kleinere Vermögensverwalter die notwendigen Investitionen in Technologie und Know-how kaum stemmen können. Bereits zwischen 2010 und Mitte 2025 hat sich die Zahl der Schweizer Privatbanken auf 83 halbiert, und die Tendenz zeigt weiter nach unten.
Zukünftige Übernahmen dürften sich stärker auf Spitzentechnologie konzentrieren, statt wie bisher primär auf die Erweiterung des Kundenstamms. Ein Beispiel dafür ist die Übernahme der technologisch fortschrittlichen Saxo Bank durch J. Safra Sarasin, die zeigt, wie wichtig moderne Infrastruktur für die Wettbewerbsfähigkeit geworden ist. Trotz aller technologischen Fortschritte sind sich Experten jedoch einig, dass Menschen in der Vermögensverwaltung weiterhin eine zentrale Rolle spielen werden, insbesondere im Umgang mit hochvermögenden Kunden. Diese erwarten persönliche Beziehungen, Vertrauen und individuelle Beratung, insbesondere bei komplexen Themen wie Erbschafts- oder Steuerfragen, die sich nicht vollständig automatisieren lassen.
Dennoch wird der Personalbedarf insgesamt sinken, weil Berater durch KI-Unterstützung mehr Kunden betreuen können. Während konkrete Prognosen für die Vermögensverwaltung fehlen, rechnen Analysten für die europäische Bankenbranche insgesamt mit einem möglichen Personalabbau von rund zwanzig Prozent. Einige Manager gehen davon aus, dass Entlassungen nicht zwingend notwendig sein werden, aber frei werdende Stellen künftig nur noch teilweise nachbesetzt werden. Dieser Wandel wird soziale Härten mit sich bringen, gleichzeitig aber die Wettbewerbsfähigkeit der Institute stärken, die den technologischen Wandel aktiv gestalten.
Dieser Artikel gehört zu einer Serie der KI-OFFENSIVE.JETZT
Den Originaltext lesen sie hier: KI löst nächste Konsolidierungswelle bei Schweizer Banken aus | cash
KI verändert Schweizer Banken und erhöht den Druck
Veröffentlicht:16. Februar 2026
Nach dem Ende des Bankgeheimnisses steht die Schweizer Finanzbranche vor einem tiefgreifenden Wandel, denn der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz verändert die Strukturen der Banken schneller, als viele Verantwortliche erwartet haben. Experten gehen davon aus, dass sich die Rolle der Mitarbeitenden grundlegend verschieben wird, weil zahlreiche Aufgaben, die heute noch zeitintensiv und personalgebunden sind, künftig in Sekundenbruchteilen automatisiert erledigt werden können. Die Privatbank Maerki Baumann sieht in dieser Entwicklung das Potenzial für eine neue Konsolidierungswelle, da nicht alle Institute in der Lage sein werden, sich ausreichend schnell und konsequent neu auszurichten. Die Bankenbranche gehört zu den Bereichen mit dem größten Automatisierungspotenzial, weil ein erheblicher Teil der Wertschöpfung auf Datenverarbeitung, Analyse und standardisierten Abläufen beruht.
Eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens EY zeigt, wie rasant die Entwicklung voranschreitet. Innerhalb eines Jahres ist der Anteil der Schweizer Banken, die KI-Projekte umsetzen, auf 78 Prozent gestiegen. Viele Institute konzentrieren sich zunächst auf interne Prozesse, die bislang viel Zeit verschlingen. Ein Berater, der heute noch eine Stunde benötigt, um Unterlagen aus verschiedenen Systemen zusammenzutragen, könnte künftig innerhalb weniger Sekunden auf vollständige Informationen zugreifen, inklusive einer ersten Handlungsempfehlung. Diese Effizienzgewinne verändern nicht nur die Arbeitsweise, sondern auch die Erwartungen der Kunden, die zunehmend an schnelle, präzise und jederzeit verfügbare Informationen gewöhnt sind.
Auch im Anlagegeschäft zeigt sich der Wandel deutlich. Der Vermögensverwalter Pictet hat bereits vor zweieinhalb Jahren ein Team aufgebaut, das Gelder vollständig KI-basiert verwaltet und damit bemerkenswerte Renditen erzielt. Interessant ist, dass die beteiligten Spezialisten nicht aus der klassischen Finanzwissenschaft stammen, sondern aus der Physik und Mathematik, was verdeutlicht, wie stark sich die Kompetenzprofile in der Branche verschieben. Gleichzeitig eröffnet KI neue Möglichkeiten, Dienstleistungen für Kundengruppen anzubieten, die bisher aufgrund hoher Kostenstrukturen nicht im Fokus standen. Die Vermögensverwaltung könnte damit breiter zugänglich werden, während gleichzeitig neue Wettbewerber aus dem Tech- und Fintech-Bereich in den Markt drängen.
Die bisher hohe Regulierungsdichte bot den etablierten Banken lange Zeit Schutz vor neuen Marktteilnehmern. Doch dieser Schutz beginnt zu bröckeln, weil die Aufsichtsbehörden Innovation ausdrücklich unterstützen und den Einsatz von KI im Privatkundengeschäft als wichtigen Bestandteil der Weiterentwicklung des Finanzplatzes betrachten. Institute, die nicht bereit oder in der Lage sind, ihr Geschäftsmodell zu digitalisieren, geraten zunehmend unter Druck. Branchenkenner erwarten, dass der Konsolidierungsdruck weiter zunimmt, da kleinere Vermögensverwalter die notwendigen Investitionen in Technologie und Know-how kaum stemmen können. Bereits zwischen 2010 und Mitte 2025 hat sich die Zahl der Schweizer Privatbanken auf 83 halbiert, und die Tendenz zeigt weiter nach unten.
Zukünftige Übernahmen dürften sich stärker auf Spitzentechnologie konzentrieren, statt wie bisher primär auf die Erweiterung des Kundenstamms. Ein Beispiel dafür ist die Übernahme der technologisch fortschrittlichen Saxo Bank durch J. Safra Sarasin, die zeigt, wie wichtig moderne Infrastruktur für die Wettbewerbsfähigkeit geworden ist. Trotz aller technologischen Fortschritte sind sich Experten jedoch einig, dass Menschen in der Vermögensverwaltung weiterhin eine zentrale Rolle spielen werden, insbesondere im Umgang mit hochvermögenden Kunden. Diese erwarten persönliche Beziehungen, Vertrauen und individuelle Beratung, insbesondere bei komplexen Themen wie Erbschafts- oder Steuerfragen, die sich nicht vollständig automatisieren lassen.
Dennoch wird der Personalbedarf insgesamt sinken, weil Berater durch KI-Unterstützung mehr Kunden betreuen können. Während konkrete Prognosen für die Vermögensverwaltung fehlen, rechnen Analysten für die europäische Bankenbranche insgesamt mit einem möglichen Personalabbau von rund zwanzig Prozent. Einige Manager gehen davon aus, dass Entlassungen nicht zwingend notwendig sein werden, aber frei werdende Stellen künftig nur noch teilweise nachbesetzt werden. Dieser Wandel wird soziale Härten mit sich bringen, gleichzeitig aber die Wettbewerbsfähigkeit der Institute stärken, die den technologischen Wandel aktiv gestalten.
Dieser Artikel gehört zu einer Serie der KI-OFFENSIVE.JETZT
Den Originaltext lesen sie hier: KI löst nächste Konsolidierungswelle bei Schweizer Banken aus | cash








