Veröffentlicht:28. September 2026
Kfz-Versicherung zurück in der Gewinnzone: Warum der Blick auf die Schadenentwicklung entscheidend bleibt
Ein kleiner Blechschaden kann heute schnell teuer werden. Ersatzteile kosten mehr, Reparaturen werden aufwendiger und auch die Kosten für Werkstatt- und Personalleistungen steigen. Für die Kfz-Versicherung bedeutet das: Selbst, wenn sich die Zahl der Schäden nicht wesentlich verändert, kann deren Regulierung deutlich teurer werden.
Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung im Jahr 2025: Nach den Verlusten der vergangenen Jahre ist die deutsche Kfz-Versicherung wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) schätzt die endabgewickelte Schadenkostenquote für den Gesamtmarkt auf 95,2 %. Für 2026 erwartet MSK mit 96,3 % weiterhin ein positives versicherungstechnisches Ergebnis. Dabeibleiben sowohl Kraftfahrt-Haftpflicht mit 95,2 % als auch Kasko mit 97,6 % voraussichtlich profitabel.
Die Erholung hat dabei mehrere Gründe. Die deutlichen Beitragsanpassungen der vergangenen Jahre zeigen Wirkung. Gleichzeitig war der Schadenverlauf 2025 vergleichsweise günstig. Insbesondere die Belastung durch Hagel und andere Elementarschäden fiel geringer aus als in den Vorjahren. Auch bei den Schadenhäufigkeiten zeigte sich eine leicht rückläufige Tendenz.
Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Eine zentrale Herausforderung bleibt die weiterhin hohe Schadenteuerung. In der Kraftfahrt-Haftpflicht lag die anhand der mittleren Schadenhöhen gemessene Teuerung 2025 bei etwas über 7 % und damit deutlich über der allgemeinen Inflation. Auch die unterjährigen Zahlen für 2026 deuten bislang nicht auf eine wesentliche Entspannung hin.
Für Versicherer stellt sich damit eine wichtige Frage: Wie entwickelt sich die eigene Schadenbelastung tatsächlich und wie ist sie im Vergleich zum Markt einzuordnen? Gerade bei Ersatzteil- und Reparaturkosten reicht der Blick auf die allgemeine Inflation nicht aus. Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und deren Entwicklung müssen kontinuierlich beobachtet und bei Pricing und Reservierung berücksichtigt werden.
Aktuelle und differenzierte Marktdaten gewinnen dadurch weiter an Bedeutung. Ein Marktvergleich kann zeigen, ob Veränderungen im eigenen Bestand Teil einer allgemeinen Marktentwicklung sind oder auf spezifische Entwicklungen im eigenen Portfolio hindeuten. Gleichzeitig schaffen solche Analysen eine Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen in Pricing und Reservierung.
MSK baut vor diesem Hintergrund einen Kfz-Datenpool für den deutschen Markt auf. Die teilnehmenden Versicherer sollen ihre Schadenentwicklung monatlich mit der Marktentwicklung vergleichen können. Veränderungen bei Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und Schadenteuerung werden dadurch zeitnah sichtbar und vergleichbar.
Die Rückkehr der Kfz-Versicherung in die Gewinnzone zeigt damit vor allem eines: Die aktuelle Schadenkostenquote ist eine Momentaufnahme. Für die nachhaltige Steuerung des Kfz-Geschäfts bleibt es entscheidend, die Entwicklung der eigenen Schäden kontinuierlich zu beobachten und mit dem Markt in Beziehung zu setzen, um hieraus die richtigen Schlüsse für das eigene Geschäft zu ziehen.
Meyerthole Siems Kohlruss
Gesellschaft für aktuarielle Beratung mbH
Hohenstaufenring 57
50674 Köln
Tel. +49 (0)221 42053-0
E-Mail info@aktuare.de
Internet www.aktuare.de
Ihre Ansprechpartner:
Jan-Niklas Cirillar
Jan-Niklas.Cirillar@aktuare.de
Thomas Lorentz
Thomas.Lorentz@aktuare.de
Kfz-Versicherung 2025 wieder profitabel: Warum die Schadenentwicklung entscheidend bleibt
Veröffentlicht:28. September 2026
Kfz-Versicherung zurück in der Gewinnzone: Warum der Blick auf die Schadenentwicklung entscheidend bleibt
Ein kleiner Blechschaden kann heute schnell teuer werden. Ersatzteile kosten mehr, Reparaturen werden aufwendiger und auch die Kosten für Werkstatt- und Personalleistungen steigen. Für die Kfz-Versicherung bedeutet das: Selbst, wenn sich die Zahl der Schäden nicht wesentlich verändert, kann deren Regulierung deutlich teurer werden.
Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung im Jahr 2025: Nach den Verlusten der vergangenen Jahre ist die deutsche Kfz-Versicherung wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) schätzt die endabgewickelte Schadenkostenquote für den Gesamtmarkt auf 95,2 %. Für 2026 erwartet MSK mit 96,3 % weiterhin ein positives versicherungstechnisches Ergebnis. Dabeibleiben sowohl Kraftfahrt-Haftpflicht mit 95,2 % als auch Kasko mit 97,6 % voraussichtlich profitabel.
Die Erholung hat dabei mehrere Gründe. Die deutlichen Beitragsanpassungen der vergangenen Jahre zeigen Wirkung. Gleichzeitig war der Schadenverlauf 2025 vergleichsweise günstig. Insbesondere die Belastung durch Hagel und andere Elementarschäden fiel geringer aus als in den Vorjahren. Auch bei den Schadenhäufigkeiten zeigte sich eine leicht rückläufige Tendenz.
Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Eine zentrale Herausforderung bleibt die weiterhin hohe Schadenteuerung. In der Kraftfahrt-Haftpflicht lag die anhand der mittleren Schadenhöhen gemessene Teuerung 2025 bei etwas über 7 % und damit deutlich über der allgemeinen Inflation. Auch die unterjährigen Zahlen für 2026 deuten bislang nicht auf eine wesentliche Entspannung hin.
Für Versicherer stellt sich damit eine wichtige Frage: Wie entwickelt sich die eigene Schadenbelastung tatsächlich und wie ist sie im Vergleich zum Markt einzuordnen? Gerade bei Ersatzteil- und Reparaturkosten reicht der Blick auf die allgemeine Inflation nicht aus. Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und deren Entwicklung müssen kontinuierlich beobachtet und bei Pricing und Reservierung berücksichtigt werden.
Aktuelle und differenzierte Marktdaten gewinnen dadurch weiter an Bedeutung. Ein Marktvergleich kann zeigen, ob Veränderungen im eigenen Bestand Teil einer allgemeinen Marktentwicklung sind oder auf spezifische Entwicklungen im eigenen Portfolio hindeuten. Gleichzeitig schaffen solche Analysen eine Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen in Pricing und Reservierung.
MSK baut vor diesem Hintergrund einen Kfz-Datenpool für den deutschen Markt auf. Die teilnehmenden Versicherer sollen ihre Schadenentwicklung monatlich mit der Marktentwicklung vergleichen können. Veränderungen bei Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und Schadenteuerung werden dadurch zeitnah sichtbar und vergleichbar.
Die Rückkehr der Kfz-Versicherung in die Gewinnzone zeigt damit vor allem eines: Die aktuelle Schadenkostenquote ist eine Momentaufnahme. Für die nachhaltige Steuerung des Kfz-Geschäfts bleibt es entscheidend, die Entwicklung der eigenen Schäden kontinuierlich zu beobachten und mit dem Markt in Beziehung zu setzen, um hieraus die richtigen Schlüsse für das eigene Geschäft zu ziehen.
Meyerthole Siems Kohlruss
Gesellschaft für aktuarielle Beratung mbH
Hohenstaufenring 57
50674 Köln
Tel. +49 (0)221 42053-0
E-Mail info@aktuare.de
Internet www.aktuare.de
Ihre Ansprechpartner:
Jan-Niklas Cirillar
Jan-Niklas.Cirillar@aktuare.de
Thomas Lorentz
Thomas.Lorentz@aktuare.de







