Änderung der Provisionsregelung für Immobilienmakler führt zu deutlichem Anstieg der Quote von Do-it-yourself-Verkäufern

Kategorien: Dienstleister4.6 min readSchlagwörter:
  • Anzahl privater inserierter Angebote ohne Makler in Hamburg um 70 Prozent gestiegen
  • Bremen und Hessen zeigen einen Anstieg privater Inserate um ca. 36 Prozent
  • in Berlin steigt der Anteil privater Inserate schon deutlich seit Ankündigung der Provisionsänderung

Das auf datengetriebene Immobilien- und Marktanalysen spezialisierte PropTech-Unternehmen PriceHubble hat in einer aktuellen Studie die Auswirkungen der Änderungen der Maklerprovisionsregelung untersucht. Seit dem 23. Dezember 2020 müssen private Käufer nur noch höchstens 50 Prozent der Maklergebühr beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhases zahlen, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Vorher fiel die Provision vielerorts in gesamter Höhe dem Käufer zu, auch wenn der Makler vom Verkäufer beauftragt wurde. Um erste Markttendenzen durch das neue Gesetz zu erkennen, hat PriceHubble die Quote privat und mit Makler inserierter Angebote von Wohnimmobilien vor und nach Inkrafttreten der neuen Regelung analysiert. Dazu wurden rund 188.600 Angebote untersucht.

Anteil privater Inserate steigt über alle Bundesländer auf 25 bis 35 Prozent

Vor Einführung des neuen Gesetzes konnten Provisionssätze zwar frei verhandelt werden, es gab aber in den Bundesländern übliche Sätze, die wohl in der Mehrheit der Makleraufträge übernommen wurden. Die folgende Tabelle gruppiert die Bundesländer nach “Provisionsregimen” mit ähnlicher Handhabung aus Sicht des Verkäufers. Demnach ändert sich nur für die Hälfte der Bundesländer etwas für die Verkäufer (Regime 1-5), in den restlichen acht Ländern war bereits vor der Regelung eine Aufteilung der Provision üblich (Regime 6).

Abb.1: Anteil der Provision, die vom Verkäufer zu tragen ist vor und nach dem neuen Gesetz

Im ersten Schritt wurde der Anteil der privaten Online-Inserate an der Gesamtzahl der von PriceHubble beobachteten Inserate im Zeitverlauf der letzten 33 Monate von Juni 2018 bis Februar 2021 betrachtet.

Abb.2: Entwicklung des Anteils privater Online-Inserate an der Gesamtzahl der betrachteten Inserate

 

Trotz der recht starken monatlichen Schwankungen, scheint der Anteil privater Anbieter in Bundesländern, in denen ein Makler für Verkäufer nicht kostenfrei war (Regime 6) vor Einführung des Gesetzes durchgehend um 5 bis 15 Prozent geringer gewesen zu sein, als in Ländern wo der Makler vom Käufer bezahlt wurde. Hier lag der Anteil bei 15 bis 20 Prozent. Ab 2020 steigt der Anteil der privaten Inserate in allen Gruppen, so dass sich die bisherige Lücke zwischen ihnen schließt. Anfang dieses Jahres ist ein Anstieg in allen Bundesländern auf 25 bis 35 Prozent zu erkennen.

“Makler müssen das Vertrauen von Verkäufern wiedergewinnen” 

Die Anzahl privater Inserate ist über alle Bundesländer hinweg deutlich angestiegen. In Hamburg (Regime 2) war dieser Zuwachs am stärksten. Der Anteil stieg von 24 auf 40 Prozent und damit um fast 70 Prozent. Auch in Hessen und Bremen steigt der Anteil um mehr als ein Drittel.

Abb. 3: Anteil privater Inserate ”vorher” (75 Tage vor dem Inkrafttreten der Änderung ) und “nachher” (75 Tage nach dem Inkrafttreten der Änderung )

“Unsere Analyse zeigt, dass in einigen Bundesländern die Änderung der Maklerprovisionsregelung und schon deren Ankündigung im vergangenen Jahr zu einem starken Anstieg privater Inserate geführt hat. Insbesondere in Hamburg ist die Anzahl privat inserierter Wohnimmobilien um fast 70 Prozent gestiegen. Auch in Bremen und Hessen sind es noch rund 36 Prozent”, kommentiert Christian Crain, Geschäftsführer von PriceHubble Deutschland die Analyse.

 

Abb. 4: Zuwachs privater Inserate ”vor der Änderung”* und “seit der Änderung”**

 

Die Betrachtung der Zuwachsraten vor und nach der Gesetzesänderung hebt zusätzlich einige Besonderheiten hervor. So war in einigen Bundesländern der Zuwachs vor dem Inkrafttreten der Änderung sogar stärker als danach, besonders deutlich in Berlin und Brandenburg (Regime 1). “Der starke Anstieg privater Inserate in Berlin schon vor der Änderung der Provisionsregelung kann zum Teil auf den bestehenden Mietendeckel zurückzuführen sein. Dieser hat möglicherweise private Eigentümer dazu veranlasst ihre Immobilien zu verkaufen, anstatt sie weiter zu vermieten. Ob dieser Trend anhält bleibt abzuwarten”, so Crain.

Zudem zeigen auch diejenigen Bundesländer hohe Zuwachsraten und damit deutlich mehr private Inserate, in denen die Gesetzesänderung eigentlich keine Änderung zum Status quo darstellt.

“Dass auch in Bundesländern wie Bayern, Rheinland Pfalz oder Thüringen, in denen sich nichts hinsichtlich der Provisionsregelung verändert hat, die privaten Inserate angestiegen sind, lässt vermuten, dass bei der Ankündigung der neuen Regelung letztes Jahr nicht genügend differenziert wurde und daher Verunsicherung zu dieser Gegenreaktion des Privatsektors führte. Gleichzeitig bietet es den Maklern die Chance, durch Aufklärungsarbeit und qualitativ hochwertige Zusatzdienstleistungen diese Kunden für sich zurück zu gewinnen.“

Über PriceHubble

PriceHubble ist ein Schweizer B2B-Proptech-Unternehmen, das innovative digitale Lösungen – beruhend auf Immobilienbewertungen und Marktkenntnissen – für die Immobilienwirtschaft entwickelt. Das Produktportfolio von PriceHubble macht sich Big Data, fortschrittliche statistische Analyseverfahren und attraktive Visualisierung zunutze und bringt so ein neues Transparenzlevel in den Markt. Dies ermöglicht es den Kunden, Immobilien- und Investitionsentscheidungen auf Grundlage präzisester datengetriebener Erkenntnisse (wie etwa Bewertungen, Marktanalysen, Wertprognosen oder Bausimulationen) zu fällen und den Dialog mit den Endkonsumenten zu verbessern. Die digitalen Lösungen von PriceHubble unterstützen sämtliche Akteure der gesamten Immobilien-Wertschöpfungskette (u.a. Banken, Vermögensverwalter, Property Manager und Immobilienmakler). PriceHubble ist bereits in sechs Ländern aktiv (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Japan und die Niederlande) und beschäftigt weltweit 90 Angestellte. 

Kontakt für Presseanfragen zu PriceHubble: 

PriceHubble Deutschland GmbH
Antje Heber
PR & Marketing Managerin
T: +49 (0)163 17 33 117
antje.heber@pricehubble.com

Änderung der Provisionsregelung für Immobilienmakler führt zu deutlichem Anstieg der Quote von Do-it-yourself-Verkäufern

Kategorien: Dienstleister4.6 min readSchlagwörter:
  • Anzahl privater inserierter Angebote ohne Makler in Hamburg um 70 Prozent gestiegen
  • Bremen und Hessen zeigen einen Anstieg privater Inserate um ca. 36 Prozent
  • in Berlin steigt der Anteil privater Inserate schon deutlich seit Ankündigung der Provisionsänderung

Das auf datengetriebene Immobilien- und Marktanalysen spezialisierte PropTech-Unternehmen PriceHubble hat in einer aktuellen Studie die Auswirkungen der Änderungen der Maklerprovisionsregelung untersucht. Seit dem 23. Dezember 2020 müssen private Käufer nur noch höchstens 50 Prozent der Maklergebühr beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhases zahlen, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Vorher fiel die Provision vielerorts in gesamter Höhe dem Käufer zu, auch wenn der Makler vom Verkäufer beauftragt wurde. Um erste Markttendenzen durch das neue Gesetz zu erkennen, hat PriceHubble die Quote privat und mit Makler inserierter Angebote von Wohnimmobilien vor und nach Inkrafttreten der neuen Regelung analysiert. Dazu wurden rund 188.600 Angebote untersucht.

Anteil privater Inserate steigt über alle Bundesländer auf 25 bis 35 Prozent

Vor Einführung des neuen Gesetzes konnten Provisionssätze zwar frei verhandelt werden, es gab aber in den Bundesländern übliche Sätze, die wohl in der Mehrheit der Makleraufträge übernommen wurden. Die folgende Tabelle gruppiert die Bundesländer nach “Provisionsregimen” mit ähnlicher Handhabung aus Sicht des Verkäufers. Demnach ändert sich nur für die Hälfte der Bundesländer etwas für die Verkäufer (Regime 1-5), in den restlichen acht Ländern war bereits vor der Regelung eine Aufteilung der Provision üblich (Regime 6).

Abb.1: Anteil der Provision, die vom Verkäufer zu tragen ist vor und nach dem neuen Gesetz

Im ersten Schritt wurde der Anteil der privaten Online-Inserate an der Gesamtzahl der von PriceHubble beobachteten Inserate im Zeitverlauf der letzten 33 Monate von Juni 2018 bis Februar 2021 betrachtet.

Abb.2: Entwicklung des Anteils privater Online-Inserate an der Gesamtzahl der betrachteten Inserate

 

Trotz der recht starken monatlichen Schwankungen, scheint der Anteil privater Anbieter in Bundesländern, in denen ein Makler für Verkäufer nicht kostenfrei war (Regime 6) vor Einführung des Gesetzes durchgehend um 5 bis 15 Prozent geringer gewesen zu sein, als in Ländern wo der Makler vom Käufer bezahlt wurde. Hier lag der Anteil bei 15 bis 20 Prozent. Ab 2020 steigt der Anteil der privaten Inserate in allen Gruppen, so dass sich die bisherige Lücke zwischen ihnen schließt. Anfang dieses Jahres ist ein Anstieg in allen Bundesländern auf 25 bis 35 Prozent zu erkennen.

“Makler müssen das Vertrauen von Verkäufern wiedergewinnen” 

Die Anzahl privater Inserate ist über alle Bundesländer hinweg deutlich angestiegen. In Hamburg (Regime 2) war dieser Zuwachs am stärksten. Der Anteil stieg von 24 auf 40 Prozent und damit um fast 70 Prozent. Auch in Hessen und Bremen steigt der Anteil um mehr als ein Drittel.

Abb. 3: Anteil privater Inserate ”vorher” (75 Tage vor dem Inkrafttreten der Änderung ) und “nachher” (75 Tage nach dem Inkrafttreten der Änderung )

“Unsere Analyse zeigt, dass in einigen Bundesländern die Änderung der Maklerprovisionsregelung und schon deren Ankündigung im vergangenen Jahr zu einem starken Anstieg privater Inserate geführt hat. Insbesondere in Hamburg ist die Anzahl privat inserierter Wohnimmobilien um fast 70 Prozent gestiegen. Auch in Bremen und Hessen sind es noch rund 36 Prozent”, kommentiert Christian Crain, Geschäftsführer von PriceHubble Deutschland die Analyse.

 

Abb. 4: Zuwachs privater Inserate ”vor der Änderung”* und “seit der Änderung”**

 

Die Betrachtung der Zuwachsraten vor und nach der Gesetzesänderung hebt zusätzlich einige Besonderheiten hervor. So war in einigen Bundesländern der Zuwachs vor dem Inkrafttreten der Änderung sogar stärker als danach, besonders deutlich in Berlin und Brandenburg (Regime 1). “Der starke Anstieg privater Inserate in Berlin schon vor der Änderung der Provisionsregelung kann zum Teil auf den bestehenden Mietendeckel zurückzuführen sein. Dieser hat möglicherweise private Eigentümer dazu veranlasst ihre Immobilien zu verkaufen, anstatt sie weiter zu vermieten. Ob dieser Trend anhält bleibt abzuwarten”, so Crain.

Zudem zeigen auch diejenigen Bundesländer hohe Zuwachsraten und damit deutlich mehr private Inserate, in denen die Gesetzesänderung eigentlich keine Änderung zum Status quo darstellt.

“Dass auch in Bundesländern wie Bayern, Rheinland Pfalz oder Thüringen, in denen sich nichts hinsichtlich der Provisionsregelung verändert hat, die privaten Inserate angestiegen sind, lässt vermuten, dass bei der Ankündigung der neuen Regelung letztes Jahr nicht genügend differenziert wurde und daher Verunsicherung zu dieser Gegenreaktion des Privatsektors führte. Gleichzeitig bietet es den Maklern die Chance, durch Aufklärungsarbeit und qualitativ hochwertige Zusatzdienstleistungen diese Kunden für sich zurück zu gewinnen.“

Über PriceHubble

PriceHubble ist ein Schweizer B2B-Proptech-Unternehmen, das innovative digitale Lösungen – beruhend auf Immobilienbewertungen und Marktkenntnissen – für die Immobilienwirtschaft entwickelt. Das Produktportfolio von PriceHubble macht sich Big Data, fortschrittliche statistische Analyseverfahren und attraktive Visualisierung zunutze und bringt so ein neues Transparenzlevel in den Markt. Dies ermöglicht es den Kunden, Immobilien- und Investitionsentscheidungen auf Grundlage präzisester datengetriebener Erkenntnisse (wie etwa Bewertungen, Marktanalysen, Wertprognosen oder Bausimulationen) zu fällen und den Dialog mit den Endkonsumenten zu verbessern. Die digitalen Lösungen von PriceHubble unterstützen sämtliche Akteure der gesamten Immobilien-Wertschöpfungskette (u.a. Banken, Vermögensverwalter, Property Manager und Immobilienmakler). PriceHubble ist bereits in sechs Ländern aktiv (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Japan und die Niederlande) und beschäftigt weltweit 90 Angestellte. 

Kontakt für Presseanfragen zu PriceHubble: 

PriceHubble Deutschland GmbH
Antje Heber
PR & Marketing Managerin
T: +49 (0)163 17 33 117
antje.heber@pricehubble.com