Baufinanzierung 2026: Berater fehlen im Markt

Kategorien: Beratung, Dienstleister2,3 min read

Der deutsche Baufinanzierungsmarkt steht vor einer Phase großer
Herausforderungen. Eine Untersuchung der digitalen Weiterbildungsplattform
Sachkundegurus zeigt, dass zwischen 2024 und 2028 Immobilienkredite im Umfang
von 555 Milliarden Euro refinanziert werden müssen. Gleichzeitig stagniert die Zahl
der zugelassenen Baufinanzierungsberater bei rund 58000. Diese Entwicklung führt
zu einem strukturellen Engpass, der sich bereits heute bemerkbar macht und sich in
den kommenden Jahren weiter verschärfen dürfte.

Michael Bickel, Geschäftsführer der Sachkundegurus, beschreibt die Lage als
grundlegenden Wandel. Die Refinanzierungswelle trifft auf einen Markt, der sich seit
Jahren verändert. Die Zahl der Bankfilialen ist seit 2014 um mehr als 600 gesunken,
während die Bauzinsen seit 2021 um über 300 Prozent gestiegen sind. Für viele
Kreditnehmer, die einst zu historisch niedrigen Zinsen finanziert haben, bedeutet dies
eine erhebliche Mehrbelastung. Bei der Anschlussfinanzierung kann die monatliche
Rate um mehr als 65 Prozent steigen. Ohne qualifizierte Beratung drohen Haushalten
finanzielle Engpässe, die in manchen Fällen existenzielle Ausmaße annehmen
können.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass die niedrige Eigenheimquote in Deutschland die
Situation weiter verschärft. Eigentümer verfügen im Durchschnitt über ein
Nettovermögen von 590200 Euro, während Mieter lediglich auf 87600 Euro kommen.
Rund 68 Prozent der Mieter haben eine Versorgungslücke im Alter, bei Eigentümern
sind es nur 32 Prozent. Der Zugang zu Wohneigentum wird jedoch durch steigende
Zinsen und hohe Immobilienpreise für viele Haushalte zunehmend unerreichbar.
Diese Entwicklung verstärkt soziale Unterschiede und erschwert langfristige
Vermögensbildung.

Parallel dazu verschiebt sich der Markt strukturell. Das klassische Beratungsgespräch
in der Bankfiliale verliert an Bedeutung. Immer mehr Kunden wenden sich
unabhängigen Vermittlern oder digitalen Plattformen zu. Fast jeder zweite
Immobilienkredit wird inzwischen über freie Berater abgeschlossen. Diese
Entwicklung eröffnet Chancen für qualifizierte Fachkräfte, erhöht aber gleichzeitig die
Anforderungen an Professionalität und Sachkunde. Die Sachkundeprüfung nach §34i
GewO ist Voraussetzung für den Marktzugang. Die Bestehensquote liegt bei etwa 65
Prozent, und bis zu 80 Prozent der erfolgreichen Absolventen sind Quereinsteiger.
Der Markt zieht also Menschen an, die aus anderen Branchen kommen und sich neu
orientieren.

Die Kombination aus steigenden Zinsen, Filialschließungen, wachsender Nachfrage
nach unabhängiger Beratung und einer stagnierenden Zahl an Beratern führt zu einer
Situation, die sowohl Risiken als auch Chancen birgt. Für Kreditnehmer bedeutet sie
eine wachsende Abhängigkeit von qualifizierter Beratung. Für Vermittler eröffnet sich
ein Markt, der in den kommenden Jahren weiter wachsen dürfte, sofern sie die
notwendige Expertise mitbringen. Für Banken und Plattformen stellt sich die Frage,
wie sie ihre Beratungsstrukturen anpassen, um den steigenden Bedarf zu decken.
Die Untersuchung der Sachkundegurus macht deutlich, dass der
Baufinanzierungsmarkt an einem Wendepunkt steht. Die kommenden Jahre werden
zeigen, ob es gelingt, genügend qualifizierte Berater auszubilden, um die
Refinanzierungswelle zu bewältigen und gleichzeitig die Beratungslücke zu schließen.
Klar ist jedoch schon jetzt, dass die Branche vor einer der größten
Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte steht.

Den Originaltext lesen sie hier: Baufi-Markt: Die Berater fehlen

Baufinanzierung 2026: Berater fehlen im Markt

Kategorien: Beratung, Dienstleister2,3 min read

Der deutsche Baufinanzierungsmarkt steht vor einer Phase großer
Herausforderungen. Eine Untersuchung der digitalen Weiterbildungsplattform
Sachkundegurus zeigt, dass zwischen 2024 und 2028 Immobilienkredite im Umfang
von 555 Milliarden Euro refinanziert werden müssen. Gleichzeitig stagniert die Zahl
der zugelassenen Baufinanzierungsberater bei rund 58000. Diese Entwicklung führt
zu einem strukturellen Engpass, der sich bereits heute bemerkbar macht und sich in
den kommenden Jahren weiter verschärfen dürfte.

Michael Bickel, Geschäftsführer der Sachkundegurus, beschreibt die Lage als
grundlegenden Wandel. Die Refinanzierungswelle trifft auf einen Markt, der sich seit
Jahren verändert. Die Zahl der Bankfilialen ist seit 2014 um mehr als 600 gesunken,
während die Bauzinsen seit 2021 um über 300 Prozent gestiegen sind. Für viele
Kreditnehmer, die einst zu historisch niedrigen Zinsen finanziert haben, bedeutet dies
eine erhebliche Mehrbelastung. Bei der Anschlussfinanzierung kann die monatliche
Rate um mehr als 65 Prozent steigen. Ohne qualifizierte Beratung drohen Haushalten
finanzielle Engpässe, die in manchen Fällen existenzielle Ausmaße annehmen
können.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass die niedrige Eigenheimquote in Deutschland die
Situation weiter verschärft. Eigentümer verfügen im Durchschnitt über ein
Nettovermögen von 590200 Euro, während Mieter lediglich auf 87600 Euro kommen.
Rund 68 Prozent der Mieter haben eine Versorgungslücke im Alter, bei Eigentümern
sind es nur 32 Prozent. Der Zugang zu Wohneigentum wird jedoch durch steigende
Zinsen und hohe Immobilienpreise für viele Haushalte zunehmend unerreichbar.
Diese Entwicklung verstärkt soziale Unterschiede und erschwert langfristige
Vermögensbildung.

Parallel dazu verschiebt sich der Markt strukturell. Das klassische Beratungsgespräch
in der Bankfiliale verliert an Bedeutung. Immer mehr Kunden wenden sich
unabhängigen Vermittlern oder digitalen Plattformen zu. Fast jeder zweite
Immobilienkredit wird inzwischen über freie Berater abgeschlossen. Diese
Entwicklung eröffnet Chancen für qualifizierte Fachkräfte, erhöht aber gleichzeitig die
Anforderungen an Professionalität und Sachkunde. Die Sachkundeprüfung nach §34i
GewO ist Voraussetzung für den Marktzugang. Die Bestehensquote liegt bei etwa 65
Prozent, und bis zu 80 Prozent der erfolgreichen Absolventen sind Quereinsteiger.
Der Markt zieht also Menschen an, die aus anderen Branchen kommen und sich neu
orientieren.

Die Kombination aus steigenden Zinsen, Filialschließungen, wachsender Nachfrage
nach unabhängiger Beratung und einer stagnierenden Zahl an Beratern führt zu einer
Situation, die sowohl Risiken als auch Chancen birgt. Für Kreditnehmer bedeutet sie
eine wachsende Abhängigkeit von qualifizierter Beratung. Für Vermittler eröffnet sich
ein Markt, der in den kommenden Jahren weiter wachsen dürfte, sofern sie die
notwendige Expertise mitbringen. Für Banken und Plattformen stellt sich die Frage,
wie sie ihre Beratungsstrukturen anpassen, um den steigenden Bedarf zu decken.
Die Untersuchung der Sachkundegurus macht deutlich, dass der
Baufinanzierungsmarkt an einem Wendepunkt steht. Die kommenden Jahre werden
zeigen, ob es gelingt, genügend qualifizierte Berater auszubilden, um die
Refinanzierungswelle zu bewältigen und gleichzeitig die Beratungslücke zu schließen.
Klar ist jedoch schon jetzt, dass die Branche vor einer der größten
Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte steht.

Den Originaltext lesen sie hier: Baufi-Markt: Die Berater fehlen