Veröffentlicht:21. September 2026
Die Diskussion über die Zukunft der Maklerpools gewinnt an Dynamik, seit Fusionen und Kooperationen in der Branche zunehmen und die Frage nach einem möglichen „Super-Pool“ im Raum steht. Doch während sich viele Beobachter auf Größenvergleiche konzentrieren, verschiebt sich die eigentliche Herausforderung an einen anderen Ort. Die Altersvorsorge-Reform verändert die Grundlagen der Beratung so tiefgreifend, dass nicht die Größe eines Pools über seine Zukunft entscheidet, sondern seine Fähigkeit, Makler in einer komplexer werdenden Vorsorgewelt zu unterstützen.
Mit dem Ende der Riester-Förderung und der Einführung des Altersvorsorge-Depots hat sich das Fundament klassischer Vorsorgeberatung verschoben. Die Grenzen zwischen Versicherung und Investment lösen sich zunehmend auf, und die Beratung wandert spürbar in Richtung kapitalmarktorientierter Lösungen. Für Makler, die über Jahrzehnte im Kern der Lebens- und Rentenversicherung zu Hause waren, bedeutet diese Entwicklung einen tiefen Perspektivwechsel. Sie müssen sich neu positionieren und ihre Beratung stärker an der gesamten finanziellen Situation ihrer Kunden ausrichten. Eine zeitgemäße Altersvorsorgeberatung verlangt heute den Blick auf gesetzliche Rentenansprüche, betriebliche Vorsorgeformen, private Fördermodelle und die gesamte Vermögensstruktur eines Haushalts. Erst aus dieser Gesamtschau lässt sich beurteilen, welche Kombination aus Sicherheit, Flexibilität, Förderung und steuerlichen Effekten sinnvoll ist.
Die Umsetzung dieser integrierten Beratung ist anspruchsvoll. Sie beginnt bei der Datengrundlage, die häufig über verschiedene Systeme verteilt ist, und setzt sich fort bei den Werkzeugen, die Makler benötigen, um Versicherungs- und Investmentlösungen verständlich nebeneinander darzustellen. Viele Vermittler verfügen bislang nicht über digitale Instrumente, die Riester-Bestände, Altersvorsorge-Depots und private Vorsorgelösungen gemeinsam abbilden. Die Sorge, den steigenden Anforderungen nicht gerecht werden zu können, ist in der Vermittlerschaft spürbar. Es geht weniger um die Bereitschaft zur Weiterbildung, sondern um die Frage, ob ein Partner existiert, der Know-how, Datenzugang und praxistaugliche Prozesse bereitstellt und gleichzeitig auf Augenhöhe agiert.
In diesem Kontext erhält die Debatte über Fusionen eine neue Bedeutung. Nicht die Größe eines Pools entscheidet darüber, ob er Maklern ein verlässlicher Partner ist, sondern seine Fähigkeit, Versicherung und Investment glaubwürdig zu verbinden und gemeinsam mit Vermittlern Lösungen zu entwickeln, die im Alltag funktionieren. Ein großer Pool kann trotz beeindruckender Kennzahlen der falsche Partner sein, wenn er Makler vor allem als Umsatzquelle betrachtet. Ein kleinerer Anbieter kann dagegen der richtige sein, wenn er Nähe zur Beratungspraxis, Sicherheit für Bestände und langfristiges Vertrauen bietet. Für Makler zählen persönliche Betreuung, die Gewissheit, dass ihre Bestände geschützt bleiben, und ein partnerschaftliches Verhältnis, das sich über Jahre bewährt hat.
Die Antwort auf die Integrationsfrage liegt nicht allein in immer größeren Einheiten, sondern in echter Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Ein Beispiel dafür ist die von der BCA initiierte ThinkTank-Initiative, in der Versicherer, Investmentgesellschaften und Vertriebe gemeinsam an Beratungsprozessen arbeiten. Ziel ist es, die Stärken der verschiedenen Welten zu bündeln: die Erfahrung der Versicherer im Umgang mit Langlebigkeitsrisiken, die digitale Kompetenz der Investmentbranche und die Beratungsnähe der Vermittler. Die Initiative schafft gemeinsame Wissensgrundlagen und entwickelt Werkzeuge, die eine schichtübergreifende Beratung praktikabel machen.
Ob am Ende wenige große Pools den Markt prägen, ist weniger entscheidend, als es die aktuelle Debatte vermuten lässt. Wichtiger ist, ob diese Anbieter ihren Maklern in der Transformation tatsächlich helfen. Die Altersvorsorge-Reform verlangt einen Perspektivwechsel, der nur gelingt, wenn Pools Nähe bieten, Sicherheit schaffen und Vertrauen ermöglichen. Die Zukunft der Branche hängt nicht von der Größe ab, sondern von der Fähigkeit, die Integration von Versicherung und Investment so zu gestalten, dass Makler ihre Kunden kompetent und ganzheitlich begleiten können.
Der Artikel erschien im Original zuerst auf asscompact.de unter dem Titel „Maklerpools: AV-Reform verlangt nicht Größe, sondern Integration“. Redaktionelle Bearbeitung: MK
Zukunft der Pools: Integration statt Größenlogik entscheidet
Veröffentlicht:21. September 2026
Die Diskussion über die Zukunft der Maklerpools gewinnt an Dynamik, seit Fusionen und Kooperationen in der Branche zunehmen und die Frage nach einem möglichen „Super-Pool“ im Raum steht. Doch während sich viele Beobachter auf Größenvergleiche konzentrieren, verschiebt sich die eigentliche Herausforderung an einen anderen Ort. Die Altersvorsorge-Reform verändert die Grundlagen der Beratung so tiefgreifend, dass nicht die Größe eines Pools über seine Zukunft entscheidet, sondern seine Fähigkeit, Makler in einer komplexer werdenden Vorsorgewelt zu unterstützen.
Mit dem Ende der Riester-Förderung und der Einführung des Altersvorsorge-Depots hat sich das Fundament klassischer Vorsorgeberatung verschoben. Die Grenzen zwischen Versicherung und Investment lösen sich zunehmend auf, und die Beratung wandert spürbar in Richtung kapitalmarktorientierter Lösungen. Für Makler, die über Jahrzehnte im Kern der Lebens- und Rentenversicherung zu Hause waren, bedeutet diese Entwicklung einen tiefen Perspektivwechsel. Sie müssen sich neu positionieren und ihre Beratung stärker an der gesamten finanziellen Situation ihrer Kunden ausrichten. Eine zeitgemäße Altersvorsorgeberatung verlangt heute den Blick auf gesetzliche Rentenansprüche, betriebliche Vorsorgeformen, private Fördermodelle und die gesamte Vermögensstruktur eines Haushalts. Erst aus dieser Gesamtschau lässt sich beurteilen, welche Kombination aus Sicherheit, Flexibilität, Förderung und steuerlichen Effekten sinnvoll ist.
Die Umsetzung dieser integrierten Beratung ist anspruchsvoll. Sie beginnt bei der Datengrundlage, die häufig über verschiedene Systeme verteilt ist, und setzt sich fort bei den Werkzeugen, die Makler benötigen, um Versicherungs- und Investmentlösungen verständlich nebeneinander darzustellen. Viele Vermittler verfügen bislang nicht über digitale Instrumente, die Riester-Bestände, Altersvorsorge-Depots und private Vorsorgelösungen gemeinsam abbilden. Die Sorge, den steigenden Anforderungen nicht gerecht werden zu können, ist in der Vermittlerschaft spürbar. Es geht weniger um die Bereitschaft zur Weiterbildung, sondern um die Frage, ob ein Partner existiert, der Know-how, Datenzugang und praxistaugliche Prozesse bereitstellt und gleichzeitig auf Augenhöhe agiert.
In diesem Kontext erhält die Debatte über Fusionen eine neue Bedeutung. Nicht die Größe eines Pools entscheidet darüber, ob er Maklern ein verlässlicher Partner ist, sondern seine Fähigkeit, Versicherung und Investment glaubwürdig zu verbinden und gemeinsam mit Vermittlern Lösungen zu entwickeln, die im Alltag funktionieren. Ein großer Pool kann trotz beeindruckender Kennzahlen der falsche Partner sein, wenn er Makler vor allem als Umsatzquelle betrachtet. Ein kleinerer Anbieter kann dagegen der richtige sein, wenn er Nähe zur Beratungspraxis, Sicherheit für Bestände und langfristiges Vertrauen bietet. Für Makler zählen persönliche Betreuung, die Gewissheit, dass ihre Bestände geschützt bleiben, und ein partnerschaftliches Verhältnis, das sich über Jahre bewährt hat.
Die Antwort auf die Integrationsfrage liegt nicht allein in immer größeren Einheiten, sondern in echter Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Ein Beispiel dafür ist die von der BCA initiierte ThinkTank-Initiative, in der Versicherer, Investmentgesellschaften und Vertriebe gemeinsam an Beratungsprozessen arbeiten. Ziel ist es, die Stärken der verschiedenen Welten zu bündeln: die Erfahrung der Versicherer im Umgang mit Langlebigkeitsrisiken, die digitale Kompetenz der Investmentbranche und die Beratungsnähe der Vermittler. Die Initiative schafft gemeinsame Wissensgrundlagen und entwickelt Werkzeuge, die eine schichtübergreifende Beratung praktikabel machen.
Ob am Ende wenige große Pools den Markt prägen, ist weniger entscheidend, als es die aktuelle Debatte vermuten lässt. Wichtiger ist, ob diese Anbieter ihren Maklern in der Transformation tatsächlich helfen. Die Altersvorsorge-Reform verlangt einen Perspektivwechsel, der nur gelingt, wenn Pools Nähe bieten, Sicherheit schaffen und Vertrauen ermöglichen. Die Zukunft der Branche hängt nicht von der Größe ab, sondern von der Fähigkeit, die Integration von Versicherung und Investment so zu gestalten, dass Makler ihre Kunden kompetent und ganzheitlich begleiten können.
Der Artikel erschien im Original zuerst auf asscompact.de unter dem Titel „Maklerpools: AV-Reform verlangt nicht Größe, sondern Integration“. Redaktionelle Bearbeitung: MK






