Studie: Bis zu zehn Millionen Abschlüsse beim Vorsorgedepot
Veröffentlicht:15. Juni 2026
Das ab 2027 geplante Altersvorsorgedepot stößt bereits vor dem Marktstart auf großes Interesse. Eine Untersuchung von Sirius Campus und dem Vorsorgespezialisten Aeiforia zeigt, dass 58 Prozent der rund 44 Millionen Förderberechtigten das neue Vorsorgeprodukt kennen. Viele Menschen haben erste Informationen über politische Diskussionen und den Gesetzgebungsprozess erhalten, was die Aufmerksamkeit weiter erhöht. Die Studienautoren sehen ein erhebliches Absatzpotenzial, denn rund ein Drittel der Personen, die das Altersvorsorgedepot kennen, kann sich einen Abschluss sicher oder wahrscheinlich vorstellen. Auch wenn erfahrungsgemäß nicht alle Absichten umgesetzt werden, halten die Experten in der ersten Angebotswelle im Jahr 2027 rund 4,5 Millionen Abschlüsse für möglich. Bei einem durchschnittlichen Sparbeitrag von etwa 1.100 Euro zuzüglich staatlicher Förderung könnte sich daraus ein jährliches Sparvolumen von rund sieben Milliarden Euro ergeben. Für Anbieter und Vermittler entsteht damit ein neuer Markt, der bereits vor dem Start eine ungewöhnlich hohe Dynamik zeigt.
Das Potenzial könnte weiter steigen, wenn Anbieter das Thema frühzeitig und aktiv kommunizieren. Die Untersuchung zeigt, dass die Abschlussbereitschaft bei intensiverer Beschäftigung mit dem Altersvorsorgedepot auf rund 54 Prozent wachsen kann. Unter dieser Voraussetzung halten die Studienautoren sogar bis zu zehn Millionen Abschlüsse im kommenden Jahr für möglich. Entscheidend ist, dass bestehende Kunden rechtzeitig verständliche Informationen zum neuen Fördersystem erhalten und passende Beratungsangebote bekommen. Trotz des großen Interesses bleibt die Zurückhaltung gegenüber reinen Aktienlösungen deutlich spürbar. Bei der Wahl zwischen den Garantievarianten 0, 80 oder 100 Prozent bevorzugen nur neun Prozent der Befragten eine Anlage ohne Garantie. Die Mehrheit wünscht sich Sicherheit. Vierundvierzig Prozent entscheiden sich für eine 80-Prozent-Garantie mit mittleren Renditechancen, während 32 Prozent eine vollständige Garantie bevorzugen. Weitere 15 Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Auch das Standardprodukt, das mit niedrigen Gebühren wirbt, findet bislang nur verhaltene Zustimmung.
Für Vermittler ergibt sich daraus ein klares Signal. Viele Kunden benötigen Unterstützung, um Förderung, Renditechancen, Garantien und Risiken richtig einzuordnen. Aeiforia-Geschäftsführer Martin Gattung betont, dass das Altersvorsorgedepot ein klassisches Beratungsprodukt sei. Er geht davon aus, dass viele Kunden bereits nach der Sommerpause aktiv auf ihren Vermittler zugehen werden, um eine Empfehlung einzuholen. Besonders relevant ist das Thema für bestehende Riester-Verträge. Der Beratungsbedarf zum möglichen Wechsel ist hoch. Das Wechselpotenzial des rund 225 Milliarden Euro schweren Riester-Kapitalstocks wird auf 28 Prozent geschätzt. Damit entsteht ein zusätzlicher Markt, der für Vermittler sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die Einführung des Altersvorsorgedepots markiert somit nicht nur einen neuen Förderansatz, sondern auch einen bedeutenden Moment für die gesamte Vorsorgebranche, die sich auf eine starke Nachfrage und intensive Beratungsphasen einstellen muss.
Den Originaltext lesen sie hier: Altersvorsorgedepot: Studie erwartet 2027 bis zu 10 Millionen Abschlüsse | procontra
Studie: Bis zu zehn Millionen Abschlüsse beim Vorsorgedepot
Veröffentlicht:15. Juni 2026
Das ab 2027 geplante Altersvorsorgedepot stößt bereits vor dem Marktstart auf großes Interesse. Eine Untersuchung von Sirius Campus und dem Vorsorgespezialisten Aeiforia zeigt, dass 58 Prozent der rund 44 Millionen Förderberechtigten das neue Vorsorgeprodukt kennen. Viele Menschen haben erste Informationen über politische Diskussionen und den Gesetzgebungsprozess erhalten, was die Aufmerksamkeit weiter erhöht. Die Studienautoren sehen ein erhebliches Absatzpotenzial, denn rund ein Drittel der Personen, die das Altersvorsorgedepot kennen, kann sich einen Abschluss sicher oder wahrscheinlich vorstellen. Auch wenn erfahrungsgemäß nicht alle Absichten umgesetzt werden, halten die Experten in der ersten Angebotswelle im Jahr 2027 rund 4,5 Millionen Abschlüsse für möglich. Bei einem durchschnittlichen Sparbeitrag von etwa 1.100 Euro zuzüglich staatlicher Förderung könnte sich daraus ein jährliches Sparvolumen von rund sieben Milliarden Euro ergeben. Für Anbieter und Vermittler entsteht damit ein neuer Markt, der bereits vor dem Start eine ungewöhnlich hohe Dynamik zeigt.
Das Potenzial könnte weiter steigen, wenn Anbieter das Thema frühzeitig und aktiv kommunizieren. Die Untersuchung zeigt, dass die Abschlussbereitschaft bei intensiverer Beschäftigung mit dem Altersvorsorgedepot auf rund 54 Prozent wachsen kann. Unter dieser Voraussetzung halten die Studienautoren sogar bis zu zehn Millionen Abschlüsse im kommenden Jahr für möglich. Entscheidend ist, dass bestehende Kunden rechtzeitig verständliche Informationen zum neuen Fördersystem erhalten und passende Beratungsangebote bekommen. Trotz des großen Interesses bleibt die Zurückhaltung gegenüber reinen Aktienlösungen deutlich spürbar. Bei der Wahl zwischen den Garantievarianten 0, 80 oder 100 Prozent bevorzugen nur neun Prozent der Befragten eine Anlage ohne Garantie. Die Mehrheit wünscht sich Sicherheit. Vierundvierzig Prozent entscheiden sich für eine 80-Prozent-Garantie mit mittleren Renditechancen, während 32 Prozent eine vollständige Garantie bevorzugen. Weitere 15 Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Auch das Standardprodukt, das mit niedrigen Gebühren wirbt, findet bislang nur verhaltene Zustimmung.
Für Vermittler ergibt sich daraus ein klares Signal. Viele Kunden benötigen Unterstützung, um Förderung, Renditechancen, Garantien und Risiken richtig einzuordnen. Aeiforia-Geschäftsführer Martin Gattung betont, dass das Altersvorsorgedepot ein klassisches Beratungsprodukt sei. Er geht davon aus, dass viele Kunden bereits nach der Sommerpause aktiv auf ihren Vermittler zugehen werden, um eine Empfehlung einzuholen. Besonders relevant ist das Thema für bestehende Riester-Verträge. Der Beratungsbedarf zum möglichen Wechsel ist hoch. Das Wechselpotenzial des rund 225 Milliarden Euro schweren Riester-Kapitalstocks wird auf 28 Prozent geschätzt. Damit entsteht ein zusätzlicher Markt, der für Vermittler sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die Einführung des Altersvorsorgedepots markiert somit nicht nur einen neuen Förderansatz, sondern auch einen bedeutenden Moment für die gesamte Vorsorgebranche, die sich auf eine starke Nachfrage und intensive Beratungsphasen einstellen muss.
Den Originaltext lesen sie hier: Altersvorsorgedepot: Studie erwartet 2027 bis zu 10 Millionen Abschlüsse | procontra



